50 Jahre Holzverarbeitung in Polomka

50 Jahre Holzverarbeitung in Polomka

Im Jahr 2026 blicken wir auf ein besonderes Jubiläum zurück. Die Geschichte unseres heutigen Werksstandorts in der Slowakei reicht zurück bis in das Jahr 1976. In diesem Jahr wurde in Polomka der Grundstein für einen neuen holzverarbeitenden Großbetrieb gelegt. Es war ein Meilenstein für den Ort und die gesamte Region Horehronie. 50 Jahre später wird am selben Standort noch immer Holz verarbeitet. Seine Geschichte beginnt allerdings schon lange vor 1976.

Wo Holz seit Generationen zum Leben gehört

Polomka liegt im Herzen des Horehronie, am Oberlauf des Flußes Hron und am Fuße der Niederen Tatra. Die ausgedehnten Wälder der Region prägen den Ort seit Jahrhunderten – und mit ihnen die Forstwirtschaft und Holzverarbeitung.

Bereits im 19. Jahrhundert entstand in Polomka ein Sägewerk. Mit der steigenden Nachfrage nach Holzprodukten entwickelte sich auch die Technik: Auf den ursprünglichen Wasserantrieb folgten Dampfmaschinen und größere Produktionsanlagen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die slowakische Holzindustrie neu organisiert. 1948 wurde das Sägewerk Polomka in den Staatsbetrieb Pohronské píly eingegliedert, 1958 wurde der Standort schließlich Teil des staatlichen Holzunternehmens Smrečina.

Mitte der 1970er-Jahre arbeiteten fast 200 Menschen im Werk, überwiegend aus Polomka und der näheren Umgebung. Produziert wurde vor allem Nadelschnittholz, daneben unter anderem Holzverpackungen, Schalungselemente und sogar Bremsklötze für die damalige Tschechoslowakische Staatsbahn. Doch viele Gebäude und Maschinen waren inzwischen technisch überholt. Für Polomka begann eine neue Ära.

1976 – der Startschuss für das neue Holzkombinat

Mitte der 1970er-Jahre sollte die Holzverarbeitung im Horehronie grundlegend modernisiert werden. In Polomka entstand deshalb das „Drevokombinát“ – ein moderner holzverarbeitender Großbetrieb, der weit über die Dimensionen des bisherigen Sägewerks hinausging. Schon die Vorbereitungen zeigen die Größe des Projekts: Bereits 1974 wurde mit der Verlegung des Flussbetts der Hron begonnen, um Platz für das neue Werksgelände zu schaffen. Im Herbst 1976 führte bereits eine neue Brücke über den verlegten Fluss.

Die Dimension des Projekts war für die damalige Zeit außergewöhnlich: nach historischen Unterlagen waren 317 Millionen Kčs waren für den Bau veranschlagt. Zur Einordnung: Die Summe entsprach mehr als 11.000 durchschnittlichen Jahresgehältern in der damaligen Tschechoslowakei. Am 18. September 1976 wurde schließlich feierlich der Grundstein gelegt. Eigentlich sollte die Zeremonie auf der Baustelle stattfinden. Nach mehreren Tagen starken Regens musste sie jedoch kurzerhand in das Kulturhaus von Polomka verlegt werden.

Für die Region war das Projekt von enormer Bedeutung. Das neue Werk sollte mehrere hundert Arbeitsplätze schaffen und die Holzverarbeitung auf eine neue industrielle und technologische Stufe bringen. Geplant waren unter anderem Holzwerkstoffe und Zuschnitte für die Möbelindustrie sowie Paletten und großformatige Transport- und Verpackungskisten. Bemerkenswert war auch die gesellschaftliche Bedeutung: Von den geplanten 553 Arbeitsplätzen sollten mehr als 170 von Frauen besetzt werden – zu einer Zeit, in der es für Frauen in Polomka und der Umgebung nur wenige industrielle Beschäftigungsmöglichkeiten gab.

Ein Standort im Wandel

In den folgenden Jahren entwickelte sich aus der großen Baustelle ein moderner Produktionsstandort. Eine Aufnahme aus dem Jahr 1981 zeigt das neue Werk bereits deutlich in der Landschaft von Polomka – umgeben von den Wäldern und Bergen des Horehronie.

Auch im Werk hielt moderne Technik Einzug. Historische Aufnahmen dokumentieren eine damals neue ausländische Produktionslinie und damit den technologischen Wandel des Standorts. In den folgenden Jahrzehnten änderte sich vieles: politische Rahmenbedingungen, Eigentümer, Märkte, Produkte und Produktionsverfahren. Eines jedoch blieb: In Polomka wurde weiterhin Holz verarbeitet.

moderne Produktionslinie im damaligen Drevokombinát Smrečina

Die Tradition wird weitergeführt

2004 begann ein weiteres Kapitel der Standortgeschichte, als es Helmut Rettenmeier gelang Anteile am Werk in Polomka zu übernehmen und es in die damalige Rettenmeier Gruppe integrierte. Seit 2011 wird der Standort als myWood Polomka Timber vom Familienstamm von Helmut Rettenmeier weitergeführt. Heute ist Polomka ein moderner, international ausgerichteter Produktionsstandort. Doch hinter modernen Anlagen und internationalen Märkten steht eine Geschichte, die weit über das Jahr 1976 hinausreicht.

Wenn wir 2026 auf 50 Jahre Industriestandort Polomka zurückblicken, feiern wir deshalb nicht nur ein Datum. Wir feiern die Entwicklung eines Standortes und vor allem die Menschen, deren Wissen und Arbeit die Holzverarbeitung in Polomka über Generationen geprägt haben. Als Firma myWood sind wir stolz darauf , Teil dieser Geschichte zu sein und die Tradition dieses Standorts fortzuführen.

Nach oben scrollen